Wir sind Schule der Zukunft
Wir wurden erneut als „Schule der Zukunft“ ausgezeichnet und haben diesmal die höchste Auszeichnungsstufe 3 erreicht! Damit gehören wir zu nur 60 Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen und sechs Schulen im Regierungsbezirk Düsseldorf, die diese besondere Anerkennung erhalten haben.
Am 2. Oktober 2026 durften wir die Auszeichnung im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW in Düsseldorf entgegennehmen. Dass wir nun die höchste Stufe erreicht haben, macht uns besonders stolz. Denn dahinter stecken viele Jahre gemeinsamer Arbeit, zahlreiche Projekte und vor allem Menschen, die unsere Schule mit ihren Ideen und ihrem Engagement weiterentwickeln.
Nachhaltigkeit ist weit mehr als Umweltschutz
Wer bei Nachhaltigkeit zuerst an Klimaschutz, Müllvermeidung oder Energiesparen denkt, liegt natürlich nicht falsch. Doch nachhaltige Entwicklung umfasst viel mehr: Es geht ebenso um soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, demokratische Mitbestimmung, verantwortungsvolles Wirtschaften und ein friedliches Zusammenleben – bei uns und weltweit.
Genau dieses umfassende Verständnis von Nachhaltigkeit prägt unsere Arbeit an der Gustav-Heinemann-Schule. Wir möchten junge Menschen nicht nur auf Prüfungen und Abschlüsse, sondern auch auf die Herausforderungen ihrer Zukunft vorbereiten. Sie sollen Zusammenhänge verstehen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, Verantwortung übernehmen und ihre Umwelt aktiv mitgestalten können.
Die höchste Auszeichnungsstufe des Landesprogramms trägt den Titel „Schule auf dem Weg zu einer nachhaltigen Einrichtung“. Dafür reichen einzelne Projekte nicht aus. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss fest im Unterricht, im Schulprofil und in der Schulentwicklung verankert sein. Auch Kooperationen, Netzwerkarbeit und die nachhaltige Gestaltung des Schulalltags gehören dazu.
Für unsere Auszeichnung haben wir zwölf BNE-Prozesse dokumentiert. Sie zeigen, wie vielfältig wir Nachhaltigkeit verstehen – und bilden dennoch nur einen Ausschnitt der zahlreichen Aktivitäten unserer Schule ab.
Nachhaltigkeit hat bei uns Tradition
Viele unserer Aktivitäten sind keineswegs neu. Unser Schulsanitätsdienst beispielsweise ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil unseres Schullebens. Hier übernehmen Schüler*innen Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden anderer.
Auch unsere langjährige Thailandpartnerschaft und das Mentoringprojekt „Balu und Du“, bei dem Oberstufenschüler*innen ein Jahr lang Grundschulkinder begleiten, stehen für soziales Engagement, Chancengleichheit und globale Verantwortung. Als Schule des Gemeinsamen Lernens gehören zudem Vielfalt, Toleranz und gegenseitige Unterstützung zu unserem Selbstverständnis.
Diese gewachsenen Strukturen verbinden wir mit immer neuen Ideen und Projekten. Denn nachhaltige Schulentwicklung bedeutet für uns auch, Bewährtes weiterzuführen, Neues auszuprobieren und gemeinsam dazuzulernen.
Nachhaltigkeit erleben und selbst gestalten
Auf unserem Schulacker erfahren Schüler*innen im Rahmen der GemüseAckerdemie ganz praktisch, wie Lebensmittel angebaut werden und welche Bedeutung ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen hat.
Ein besonderer Baustein ist unser LEIV-Unterricht im achten Jahrgang, in dem sich alle Schüler*innen regelmäßig und praxisnah mit Fragen nachhaltiger Entwicklung beschäftigen. Das vielfältige Kursangebot reicht von fairer Mode und nachhaltiger Mobilität über finanzielle Lebenspraxis bis hin zu sozialem Engagement und globaler Zusammenarbeit. Im neunten Jahrgang bieten beispielsweise unsere Fahrradwerkstatt, die Demokratiescouts oder die Sporthelfer*innen-Ausbildung weitere Möglichkeiten, eigene Interessen zu vertiefen und Verantwortung zu übernehmen.
Wie viel Eigeninitiative dabei entstehen kann, zeigen auch unsere Oberstufen-Projektkurse „Gustav bildet Zukunft – WIR gestalten mit!“. Hier entwickeln Schüler*innen eigene Projekte zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und arbeiten selbstständig an deren Umsetzung.
Die Ideen reichen von einem geplanten Balkonkraftwerk, das künftig das grüne Klassenzimmer mit Strom versorgen und jüngeren Schüler*innen Experimente ermöglichen soll, bis zu den „Klimadetektiven – Klimawächtern“, die Energieverschwendung an unserer Schule aufspüren. Mit „LebensTeller“ setzen sich Schülerinnen dafür ein, dass niemand hungrig am Unterricht teilnehmen muss, während „Gustav ReBook“ mit einem Büchertauschschrank die Weiterverwendung von Büchern fördern möchte.
Dies sind nur wenige Beispiele aus einer beeindruckenden Vielfalt an Projekten, in denen unsere Schüler*innen eigene Interessen einbringen, gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen und erleben können, dass ihre Ideen etwas bewirken können.
Demokratie erleben und Schule mitgestalten
Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch, Demokratie zu leben. Unsere Schüler*innen sollen erfahren, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Schule aktiv verändern können.
Wie das gelingen kann, zeigt unser Projekt „Demokratie auf dem stillen Örtchen“. Aus unserer Zukunftswerkstatt entstanden Ideen, die inzwischen ganz konkrete Veränderungen bewirkt haben: Gemeinsam gestaltete Schultoiletten und ein Toiletten-Pat*innen-Programm sind erste sichtbare Ergebnisse. Mit der Beteiligungsplattform aula möchten wir künftig noch mehr Möglichkeiten schaffen, Schule gemeinsam zu gestalten.
Ein Erfolg unserer gesamten Schulgemeinschaft
Dass wir nun die höchste Auszeichnungsstufe erreicht haben, ist für uns eine wunderbare Bestätigung unserer Arbeit. Gleichzeitig wissen wir, dass nachhaltige Schulentwicklung niemals abgeschlossen ist.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Schüler*innen, Kolleg*innen, Eltern und außerschulischen Partner*innen, die mit ihren Ideen, ihrer Zeit und ihrem Engagement dazu beitragen, unsere Schule zu einem Ort zu machen, an dem Zukunft nicht nur besprochen, sondern gemeinsam gestaltet wird.
Wir sind Gustav. Wir gestalten Zukunft. Gemeinsam!
Lena Büsch
BNE-Beauftragte






